DIE TOTEN HOSEN – FAN-Fiction Teil 11

von Ferdinand Führer und Roland van Oystern

Was bisher geschah …

Campino ist einer schrecklichen Anderswelt gelandet, in der Die Toten Hosen nicht berühmt sind und Campino unglückseligerweise Vater von einem neugeborenen Baby geworden ist. Der Labelbetreiber Kolja überbringt in der Kneipe außerdem die schlechte Nachricht, dass seine Labelkollegen Campinos Bommerlunder-Lied nicht releasen wollen, und der Abend nimmt seinen Lauf …

Teil 11: Anti-Düsseldorf

„Weißt du, Kolja, du musst die anderen an die Kandare nehmen“, sagt Campino und zischt das vierzehnte Altbier. Til Schweiger hat dreimal so schnell getrunken und liegt bereits unterm Tisch. „Du bist der Chef bei euch, das musst du doch auch merken. So wie ich bei den Hosen. Ein Chef merkt so was einfach.“

„Campi, hicks“, sagt Kolja, und schwankt gefährlich auf seinem Tresenhocker hin und her. „Ich liebe dieses Bommerlunder-Lied … und ich liebe dich!“

„Ich liebe dich auch … wie ein Vater seinen Sohn, versteht sich. Du bist für mich wie der Sohn, den ich nie hatte. Schade, dass sich ein Vater seinen Sohn nicht aussuchen kann.“

„Voll schade, ja. Wenn ihr jetzt schon berühmt wärt, würde ich sofort einen Fanclub gründen … und Schweigi könnte der zweite Vorsitzende sein. Hörst du, Schweigi?“, sagt Kolja, und tritt dem bewusstlosgesoffenen Til Schweiger gegen den Kopf.

„Ich liebe dich mehr als meinen eigenen Sohn“, sagt Campino. „Ich will schon gar nicht mehr nach Hause. Immer soll ich irgendwas machen. Dabei geht’s im Punk um Freiheit. Meine Frau und das Baby checken nicht, worum es im Punk geht.“

„Die Fanzeitschrift nenn ich Hosoversum“, sagt Kolja, und bestellt noch drei Altbier. „Männlich, weiblich, hosovers könnte der Untertitel sein.“

„Als Fanzeitschriftbetreiber kannst du wahrscheinlich sogar ins Toten-Hosen-Grab mit rein“, sagt Campino. „Da liegen eh schon ein paar Ex-Frauen von uns … aber vermutlich gibt es unser Toten-Hosen-Gemeinschaftsgrab in diesem scheiß Anti-Düsseldorf gar nicht.“

„Die Ewigkeit mit den Toten Hosen fristen …“, blubbert Til Schweiger von unten herauf, „aber wenigstens hast du da ein paar Ex-Frauen.“

„Ich hab’s!“, ruft Campino, und stürzt schnell ein Altbier. „Gerade ist mir ein komplett neuer Song eingefallen!“

„Ist es wieder was mit Bommerlunder?“, will Kolja wissen.

„Hä, was? Jetzt hast du mich ganz drausgebracht, jetzt hab ich’s wieder vergessen!“

Oh, nein! Kein Plattendeal, kein neuer Song, keine Fanzeitschrift. Wie soll es nur weitergehen mit unseren drei Helden?

von Ferdinand Führer und Roland van Oystern. Jeden Montag eine neue Folge

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