DIE TOTEN HOSEN – FAN-Fiction Teil 10

von Ferdinand Führer und Roland van Oystern

Was bisher geschah …

Campino ist in einer alternativen Realität gefangen, in der Die Toten Hosen nicht berühmt sind. Doch die Hoffnung auf neuen Erfolg ist genährt durch den ersten Hosen-Fan Kolja, der auf seinem erfolgreichen Label einen Song veröffentlichen will.

Folge 10: Lass mal nicht machen

Vor Zerknirschung und von heftigen Zweifeln geschüttelt durchstreift Campino das nebelige Zwielicht. Im Stechschritt drängt er dem Wald zu.

„Tiere, wo seid ihr?“ Doch der Wald bleibt stumm. „Oh, ihr treuen Zaubertiere! Zu mir!“

„Campi, schrei doch nicht so“, sagt das Hörnchen. „Hier bin ich doch, die anderen haben heute frei. Was betrübt dein spezielles Gemüt?“

„Jetzt bin ich bald wieder erfolgreich und dann kommen wieder alle an und sagen uncool, Campino, voll uncool, und überhaupt nicht Punk! Dabei bin ich immer ich selber geblieben. Mein Bizarro-Welt-Ich ist der lebende Beweis. Ich habe nix, eine Frau, ein Baby, eine unberühmte Band, nix, und bin trotzdem hundert Prozent ich selber.“

„Du selber also“, sagt das Eichhörnchen. „Aber so richtig Punk ist das doch auch nicht. Immer mit diesem Til-Schweiger-Typ in der Kneipe sitzen.“

„Der ist doch nett“, sagt Campino. „Und klar will ich berühmt sein und immer nur das Beste für die Hosen, auch wenn sie es nicht immer verdient haben, diese vor Altersstarrsinn Gekrümmten. Die machen mich krank. Es bräuchte eine spezielle Form von Punk – extra für mich vielleicht eingerichtet vom Universum.“

„So höre meinen Rat an dich, Campino“, spricht das Hörnchen, „geh zurück und handle einfach irgendwie.“

„Danke, Eichhörnchen, so ähnlich habe ich es mir auch schon gedacht“, sagt Campino, und eilt zu seinem nächsten Termin in die Kneipe: dem Treffen mit Kolja zur Plattendealverhandlung.

„Cool, dass diese Rap-Kids deine Musik promoten“, sagt Til Schweiger, der schon etwas früher da ist. „Ich freu mich schon, wenn das Bommerlunder-Lied als Swizzle rauskommt.“

„Was ist Swizzle?“, fragt Campino.

„Das ist das Medium, das Streaming abgelöst hat. Das sind so längliche Dinger, die man sich in den Arsch schiebt. Setzt die Musik ganzheitlich um. Wie 3D im Kino. Noch viel intensiver, als wenn man nur hört.“

„Ach so“, sagt Campino, „whatever.“

Da kommt Kolja rein. „Ich hab schlechte Nachrichten! Tobi hat gesagt, es ist zu teuer, und Daniel hat gesagt, es ist dumm und scheiße.“

„Diese Hundesöhne! Kannst du denn nix alleine bestimmen? Du bist doch der Chef.“

„Früher als es noch Streaming gab, hätten wir es vielleicht stemmen können. Aber diese Swizzle-Dinger sind so teuer.“

Ein Zucken geht durch das Gefüge der Realität – und da ist es mal wieder: das Plasma-Ich von Dirk Jora. „Ich habe dieses Medium erfunden! Gibt es auch nur in dieser Welt. Wollte testen, ob die Leute sich das wirklich in den Arsch stecken.“

„Typischer Swami-Assango-Move, einfach klasse, der Typ!“, sagt Til Schweiger und stürzt noch zwei, drei Altbier.

„Gar nicht klasse!“, ruft Campino. „Dieser scheiß Assango hat uns doch alles eingebrockt.“

„Auch wieder wahr.“

von Ferdinand Führer und Roland van Oystern. Jeden Montag eine neue Folge

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