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Alle Buch- und Fanzine-Reviews auf einem Blick
  • Debbie Harry ist eine faszinierende Person. Die platinblonde Sängerin der Band Blondie, die sich als Underground-Sexsymbol kreierte, war selbst in der wilden New Yorker Avantgardeszene der frühen Siebziger eine Ausnahmeerscheinung. Sie schaffte mit ihrer als Punkband gestarteten Band den kommerziellen Durchbruch mit Disco- und Popsounds, ohne ihre Untergrundwurzeln wirklich zu kappen. Sie war Hauptinspiration für

  • Das bisherige Standardwerk zum Thema Rechtsrock hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. Es erschien 2002 unter dem Titel „RechtsRock. Bestandsaufnahme und Gegenstrategien“ und ist neben „White Noise“ mit Schwerpunkt auf die Ursprünge in der britischen Neonazi-Szene wohl immer noch die beste Einführung ins Thema. Doch abgesehen von Thomas Kubans Undercover-Reportage „Blut muss fließen“ und

  • Warum die Siebziger Jahre wichtig waren, hat vier Buchstaben, fängt mit P an und hört mit UNK auf. Keine Frage. Aber natürlich ist in diesem Jahrzehnt noch viel mehr passiert, was Beachtung verdient hat. Der Journalist Jens Balzer hat das jetzt im umfangreichen, lehrreichen und gleichzeitig unterhaltsamen Buch „Das entfesselte Jahrzehnt“ zusammengefasst.    Balzers Siebziger

  • Zwischen dem Erhalt des Buches und dieser Rezension liegen gut neun Monate. Dieses Buch über die legendärenBeastie Boys, welches auf den schlichten und ebenso einprägsamen Titel „Beastie Boys Buch“ hört, lag wie ein backsteingroßes schlechtes Gewissen monatelang mahnend auf meinem Bücherstapel ganz oben. Aber Gewicht und Größe hinderten mich immer wieder daran, es in die

  • Schleim-Keim sind mehr als nur eine ehemalige ostdeutsche Punkband. Bis heute sind sie für viele Menschen Synonym für Punk in der untergegangenen Deutschen Demokratischen Republik. Und die Band ist unmittelbar mit Gründer, Sänger und Mastermind Dieter „Otze“ Ehrlich verbunden. Die gesamtdeutsche Bedeutung von Otze kann man auch daran ablesen, dass er nicht nur eine eigene

  • Im Debutroman des Wieners Simon Loidl stehen die beiden Figuren Robert und Hannes. Der erste arbeitet lustlos in einer in Notlage geratenen Firma als Lektor für langweilige Texte, er zweite an der Garderobe eines Theaters, aber ist die Stelle schnell los, nachdem er sich zu stark für einen Kollegen eingesetzt hat. Beide sind Freunde und

  • Vor einigen Jahren schrieb Linus Volkmann einige Kolumnen für das berühmte Plastic Bomb-Fanzine. Danach kannte die Karriere des Dressman und Kontaktlinsenverweigerers nur noch eine Richtung: Nach ganz oben! Grimme Preis für seine Arbeit mit Jan Böhmermann, eigene Videokolumne beim WDR, ausverkaufte Lesetourneen und einer Facebook-Reichweite von der Fläche des Saarlandes. Der Popjournalismus-Titan, der alles erreicht

  • Dirk von Lowtow wirkt auf mich, als hätte er schon immer Bücher geschrieben. Tatsächlich war ich etwas überrascht als ich herausfand, dass er kürzlich sein literarisches Erstlingswerk herausgebracht hat.  Vielleicht bin ich einfach nur der Klischeevorstellung von einem Schriftsteller aufgesessen, aber der Tocotronic-Sänger strahlt in seiner Musik und vor allem in Interviews so eine Literaten-Attitüde

  • „Ach Du Scheiße!“ — das war zugegeben mein allererster Gedanke, als ich das monströse Buch „Ramones. Eine Lebensgeschichte“ aus dem Paket holte. Das erste Buch von Flo Hayler ist direkt größer als die WG-Zimmer einiger Studenten, die ich kenne und wiegt laut meiner Küchenwage 2,4 Kilogramm. Wer soll denn das alles lesen? Na ich wohl,

  • Dänemark dürfte selbst für skandinavische Punk-Experten nicht gerade das Land sein, über dessen Szene sich allzu viel sagen lässt. Die Nachbarländer Finnland und Schweden hingegen konnten seit den Achtzigern tonnenweise Crust- und Anarchopunk-Größen exportieren. Die Schweden von Asta Kask schufen mit dem Trallpunk sogar ein eigenes Genre, während ab den Neunzigern aus Norwegen und Schweden

  • Er hat es endlich getan! Ende 2018 hat auch Karl Nagel endlich sein Buch herausgebracht. Nachdem gefühlt jede*r Altpunk*erin über 50 in Ost und West einmal aufgeschrieben hat, dass sie oder er irgendwann mal der oder die Geilste war, kommt nun ein Buch von jemandem, der wirklich mal was gerissen hat und immer noch für

  • Muss gestehen, dass ich zunächst etwas skeptisch gewesen bin, als ich im Vorwort las, dass Emma und Matzge für die hier enthaltenen Interviews, welche auch den Großteil des Buches einnehmen, quasi vorher einen genormten Fragenkatalog erarbeitet haben. Den willigen Opfern wurden also kühn die selben Fragen vor den Latz geknallt. Eine Herangehensweise, die an und

  • Zuerst muss ich dann wohl mal die Geißeln aus dem Keller holen und den beschwerlichen Gang nach Canossa respektive Solingen antreten. Kurz gesagt; ich habe in der letzten Ausgabe ziemlichen Mist gebaut. Wenn ich geschrieben habe, dass Joachim vom OX vorhatte gegen das Romp-Fanzine vorzugehen, weil dort die Veganrubrik ebenfalls “Kochen ohne Knochen” hieß, dann

  • Die Jubiläumsausgabe zum 20. Heft, herzlichen Glückwunsch von meiner Seite. Ich mag das Konzept, sich Interviewparter_innen außerhalb des klassischen Band- und Fanzine-Kosmos zu suchen und dafür auch mal Menschen zu befragen, die man selbst interessant findet, die aber kaum in Zusammenhang mit Punk stehen und mit der aktuellen Szene kaum oder gar nichts zu tun

  • OX #137 Mir persönlich ist es zwar nicht schnuppe, dass einzelne Aktionen respektive Schreiber vom Ox scheiße sind, aber ich bin doch auch Freund einer differenzierten Betrachtung des größten deutschen Musik-Fanzines. Außerdem habe ich es schon immer gehasst, wenn es andersherum hieß, dass Plastic Bomb hätte ja dies oder jenes gemacht, obwohl es sich dabei

  • Nach einigen Jahren der absoluten Funkstille haut uns jetzt seit geraumer Zeit die Crew der KAPEIKEN POST wieder regelmäßig ihre Elaborate um die Ohren und auch die neunte Ausgabe ist wie gewohnt wieder sehr Hamburglastig geworden. Neben Interviews mit den ollen Channel Rats und den Razors gibt es jetzt eine neue Rubrik „Old HH-Punx not

  • Nun habe ich die letzten Human Parasiten zwar immer für die Bombe rezensiert, hatte dabei aber immer wieder ein schlechtes Gewissen, dass meine Worte eher oberflächliche Inhaltsangaben mit wenig Bezug auf einzelne Artikel waren. So nehme ich mir dieses mal ein bisschen mehr Zeit, um den geschriebenen Worten meines Freundes Bäppi etwas mehr gerecht zu