Dirks Fanzine Marathon aus der #103 (Monkey Business #19, Übersteiger #131, Romp #43, Trust #188, Kapeiken Post #19, Proud To Be Punk #27)

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Nach einigen Jahren der absoluten Funkstille haut uns jetzt seit geraumer Zeit die Crew der KAPEIKEN POST wieder regelmäßig ihre Elaborate um die Ohren und auch die neunte Ausgabe ist wie gewohnt wieder sehr Hamburglastig geworden. Neben Interviews mit den ollen Channel Rats und den Razors gibt es jetzt eine neue Rubrik „Old HH-Punx not Dead“ in deren Rahmen sich eine gewisse Rapunzel vorstellen darf, die sich in einigen mir völlig unbekannten Combos ausprobiert hat, nicht uninteressant, das Ganze. Mal was völlig anderes ist das Gespräch mit Andre, dem Macher von Kerresinhio Quartetts, der für diverse Fußball-, Motorroller- und Punkrockkartenspiele verantwortlich ist. NDW-Legende dieser Ausgabe ist diesmal Nichts, eine Band, die mir genauso viel gibt, wie es ihr Name sagt und wer wissen möchte, wer Bobber Petersen war, der muss sich das Heft kaufen, vom Sehen her kennt ihr ihn alle (Negazione: Tutti Pazzi).
Eine weitere sichere Bank ist wie gewohnt das PROUD TO BE PUNK #27 aus Sachsen. Ich weiß nicht, ob ich mich täusche, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass Jan mit steigendem Alter seinen manchmal etwas oberlehrerhaften Ton runterfährt, was mir sehr gut gefällt, Altersmilde, oder was? Absoluter Kracher ist das Gespräch mit Ballo von Break the Silence Records. Ich hatte vor ein paar Jahren auch schon mal die Idee gehabt den Wunderwuzzi aus Verden zu interviewen, aber Ballo schien damals nicht so angetan zu sein, also hab ich bleiben lassen und besser als dieses Interview hätte es sowieso nicht werden können. In eine ähnliche Kerbe haut dann das Frage- und Antwortspiel mit den Betreibern vom Fire and Flames-Imperium, gute Fragen, gute Antworten. Runterziehend, aber dennoch wichtig ist dann der 2. Teil des Reports über von Nazis ermordete Punks,man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte. Als Anarchopunklegende werden diesmal Ausrotten erklärt und auch Jans Kapelle One Step Ahead war mal wieder fleißig unterwegs.Bis dato wirklich die beste Ausgabe! (Notgemeinschaft Peter Pan: An der falschen Stelle gelacht)
Jetzt steh ich wieder vor dem Dilemma das TRUST#188 vorstellen zu müssen, ohne die ewig gleichen Floskeln benutzen zu müssen, also jucken wir das jetzt in kurzer Form durch: Gehaltvolle Kolumnen, ein wie gewohnt bunter Strauß an interviewten Bands (Quest for Rescue, Tics, Stun, Wolf Mountain) und der Bremer Konzertgruppe O-Ton Shows (diesmal hat sogar Mastermind Dolf ein Gespräch geführt), so wie Kink Records. Ne klare Linie gibt’s wie immer nicht, aber das macht für mich den Reiz aus. Ach genug gelabert, einfach ordern das Heft, ich werde mir morgen erst mal ordentlich einen mit Herrn Roehlk brennen (Biala Goraczka: Spokoj).
Normalerweise bringen die Kurznews aus aller Welt im ROMP nur schlechte Nachricht, doch diesmal kann die Nummer 43 auch mit Positiven aufwarten. Die ZAD, ein in Frankreich bestztes Gelände bleibt bestehen, ebenso wie das besetzte alte Sportamt in Bremen und auch für die Steinenstraße in Luzern, wo der Rompinfoladen liegt sieht es ein wenig besser aus. Interviewt werden Pest Control und Raptus di Follia, sowie Attack of the mad Axeman, die gepflegt, aber sehr sympathisch ordentlich einen an der Waffel zu haben scheinen. Vorgestellt wird dann noch die Initiative Tatts for Pets, gute Idee, die man wohl auch für andere Projekte einsetzen könnte. Des weiteren geht es um den Kampf der Mapuche in Argentinien und beim Artikel über den jüdischen National Fond hör ich jetzt schon die Antideutschen jammern. Alles in Allem eine sehr motivierte Ausgabe, das kleine Tief scheint überwunden (Black Velvet Flag: Institutionalized).
Kampf- und Spaßblatt rund um den FC St. Pauli lautet ja der Untertitel des ÜBERSTEIGER#131, allerdings hat in meinen Augen der letztgenannte Faktor doch erheblich abgenommen, was jetzt keine Kritik ist, passiert doch einfach zu viel Scheiße momentan, da muss man nicht auf Biegen und Brechen den Gute Laune Kasper rausholen. Neben dem FC geht es vor allem um Initiativen wie Viva Con Aqua, Books not Bombs, Dock Europe und den FC Lampedusa St. Pauli, einem Flüchtlingsteam und über allem schweben noch die Nachwirkungen vom G20-Gipfel, wirklich keine schönen Zeiten.Wie gewohnt zeigt der Übersteiger deutlich auf, dass sich Fußball und Politik eben nicht voneinander trennen lassen können, wie es so viele Dumpfbacken forden. Besonders nah geht mir dann der Nachruf für Erik von Geröll, wir haben vielleicht 2,3 mal im Leben kurz miteinander gequatscht, aber hier kann ich jede Zeile fett unterschreiben, machs besser, mein Großer!(Danger!Man: Nothing to defend)
Ebenso aus der Fußballecke kommt das MONKEY BUSINESS#19 der Brigade Nord 1516 aus Osnabrück. Hier gibt’s den klassischen Mix aus Fußball (VfL Osnabrück, Hopping), Punk, Persönlichem und Politik. Highlight ist für mich das Interview mit Ex-Trustler und Journalist Jan Tölva, ein ebenso kluger wie sympathischer Kopf. Schön auch mal wieder was von Attila und seinen leider wegen Krankheiten neuformierten Barnstormer zu lesen, neue Platte im alten Stil steht wohl vor der Tür. Schwer sympathisches Heft, kann ich wirklich nur schwerst empfehlen (Police Bastard: Smash the face). Dirk