No Future Fest, 16.2.2019 in Madrid – Konzertbereicht von Gottlieb

Please enter banners and links.

Hier kommt bein Gastbeitrag von Gottlieb!

Stell dir vor, … du bist Punkrocker. Mittelalt. Hörst gerne gute Musik und würdest aber auch gerne mal wieder andere Schnauzen und Lokation sehen. Was machste ???? RICHTIG. Verreisen.
Damit war für uns 4 gutgelaunte Thüringer (1+3) klar, wir müssen nur mal wieder raus aus Germany. Das No Future Fest in Madrid war das erkorene Ziel, Angelic Upstarts, Discharge und Cockney Rejects sollten dabei für die Hintergrund-Musik sorgen. Da zeitgleich am 16.Februar auch ein Reisemitglied Geburtstag hätte, rundete die ganze Geschichte noch zusätzlich ab. Super Sache !

Los ging´s Freitag früh mit´n Kleintransporter Richtung Berlin/Tegel und dem ersten kleinen Nackenschlag … Rejects spielen nicht. Aaaber, es gäbe wohl (gleichwertigen ?) Ersatz, uuund ein Freigetränk. Macht Sinn – quasi Hauptband gegen Bier (0,3 Liter) getauscht. Irgendwas ist ja schliesslich immer. Das tat der Reiselust natürlich keinen Abbruch, die 90 Euro Berlin-Madrid hin/zurück im Übrigen ebenso wenig. Schnäppchen! Den 2h40min Flug anstandslos gemeistert, wurde im Flugzeug noch kurz ein Reisepass unserer kleinen Truppe verloren und gefunden. Immer gut für´n Blutdruck ein so unwichtiges Reisedokument zu verlegen. Ist wie kalt duschen. Kurze Metro-Fahrt später (45min) sollten wir auch schon unser 2-Nächte-Domizil (4 Sterne, wegen mittelalt) betreten. Wichtigstes Kriterium (nach Preis und Komfort) – der kurze Weg zum Veranstaltungsgelände !

In diesem Falle 400m geradeaus. Passt. Den auslaufenden AnreiseFreitag noch kurz mit Tappas, Wein und Bier verabschiedet – und schon ging´s rüber ins Traumland. Der frühe Vogel trifft sich am Buffet, und so wurde der Konzerttag mit einem reichhaltigen und gutem Frühstück gestartet (5 Kaffee, 500gr gebratenem Speck und div Beilagen). Thema Grundlagen schaffen. So wurde anschliessend läuferich, die erst gegen Mittag aufwachende, schöne Madrider-Innenstadt erkundet. Viele kleine Läden mit Stil und Charme. Ein bisschen wie Berlin. Nur halt mehr spanisch. Primär-Ziel war eine Parkanlage mit kleinen Rudersee inmitten der Stadt. Bei angenehmen sonnigen 16,4 Grad, dachten sich das dann wohl auch die restlichen 800Millionen Einwohner, bzw Touristen. Proppevoll der Laden, und überall Selfie-Sticks. Nicht gut für meinen Blutdruck. Gar nicht gut. Es gibt so 1-2 Dinge die ich nicht mag auf der Welt, Diese Unart gehört auf jeden Fall mit dazu. Ekelig! Der Park ansich war recht nett und chillig. 2-3 Lokale und diverse Köstlichkeiten (Paella !!!!) später ging´s auch schon Richtung Chango Club, der Konzert-Lokalität. Start war auf 19.00 festgelegt, 20.30 sollten dann unsere “Headliner“, die Upstarts spielen.

Also stiefelten wir die ganzen 400m vom Hotel rüber zum Ort des Geschehens. Und tatsächlich, die ersten fachkundigen Menschen sammelten sich schon vorm Club und dem gegenüberliegenden Lokal. Endlich mal normale Leute ! Der Chango Club selbst, eine einzige Provokation. Ein Disko-Schuppen übelster Art. Überall Spiegel, Ledersessel und Ledercouches. Bilderbuch Barpersonal an Bilderbuchbars. Hintergrund bildeten überdimensionale (2Liter ??) Wodkaflaschen, eisgekühlt natürlich, und allerlei SchampusGedöns. Das richtige Backup also für einen gelungenen Punkrockabend. Den Anfang machten hierbei die “Rejects-Ersatzband“ Klobber, aus Madrid vermutlich. Alte Männer mit Schülerband-ähnlichen Midtempo Rock. Highlight war hierbei eigentlich nur der Cockney-Coversong : Bad Man! Hatten natürlich auch nen schweren Stand die Jungs, keine Frage. Nun also die Angelic Upstarts. Muss ich sagen, eines ihrer besseren Konzerte ! Nach den (herben) Enttäuschungen in Berlin bzw Amsterdam, endlich mal wieder ein ordentliches Konzert der Mannen um Mensi. Die Band-Mitglieder diesmal alle im gleichen fortgeschrittenen Alter, und damit auch endlich ohne den verxxxten jungen Pisser an der Gitarre, der die Jungs 2018 auf ihrer Tour begleitet hat. Stümper !!!! Ich schweife aber ab. Geschätzte 250 zahlende Gäste verschiedenster Subkulturen (u. a. diverse Metaller), kamen langsam in Schwung und gaben dem Ganzen einen würdigen Tanzrahmen.

Speziell Hits wie : Solidarity und If the Kids are United (Sham Cover-is klar) kamen doch sehr seeehr gut an. Pogo made in Hispania !!! Es wurden so gut wie fast alle nennenswerten Klassiker dargeboten (2.000.000 Voices, Woman in Disguise., Last Night another Soldier, etc… ) zuzüglich 2 neuer Songs der aktuellen Platte, Bullingdon Bastards. War echt schön. Nicht so schön waren hingegen die Preise in dem Techno-Schuppen, z.B. 0,6l Bier im Plastebecher(!!) für 9 Euro…. Kann man machen. Auch recht wenig Punkrock-like waren die T-Shirt Preise am Merchstand – 17 Euro ist ja dann doch schon fast Guns`N`Roses. Der Hammer war aber ein Poster der Upstarts mit original Autogrammen, A3, für schlappe 10 Mark. Ach ich weiss nicht, hat halt immer irgendwas von Ausverkauf….

So, nach 4-6 Liedern Discharge sind wir dann gut gelaunt und heisser abgezogen, wird wohl niemals wirklich unsere Band werden. Oft versucht, oft gesehen – Discharge erreicht mich persönlich halt Null. Egal, Angelic Upstarts alleine waren die 30 Euro Eintritt definitiv wert. Der Rest des Wochenendes ist schnell erzählt – heim ins Hotel an die Minnibar, früh zeitig raus zum Flughafen, problemlos rüber nach Berlin, und 3 Auto-Stunden später zurück im grünen Herzen von Deutschland, Thüringen.

Fazit : Gutes Konzertwochenende für gesamt ca 300 Euronen, 3 Kilo abgenommen, gerne mal wieder ! Danke an die Crew – hat echt Spass gemacht.

Buenos Dias !

Gottlieb