Kings of Hong Kong

Mik und Chris – Santis Bar des Pineda Psychobilly Meetings 2019.

Aber nun der Reihe nach, das erste Album erschien bereits 2016 zunächst auf CD und 2017 als LP auf demselben Label und ist mit „Strange Thing“ betitelt. Das merkwürdige Ding entpuppt sich gar nicht als so komisch, sondern gibt sich als Roadmovie mit rauen Surf Gitarren (Drift Guitar Knock Down), nimmt den Hörer nach Asien mit (Hong Kong Stomp), und man bekommt das Gefühl, als wäre man zeitweise in einem alten Tarantino Streifen und The Head Cats oder The Cramps hätten Cameo Auftritte. Der Rhythmus ist auch klar von Rockabilly und zeitweise von Psychobilly beeinflusst und es ist insgesamt sehr basslastig und ein starkes Schlagzeug gibt dem ganzen Kraft. Mit dem Songtitel „Stay Sick Baby“ wird bestätigt was man schon früher erahnt: den Einfluß von The Cramps. 2018 wurde mit dem Album „Primitive“ direkt nachgelegt, und spätestens jetzt wird das Konzept der Alben klar die da noch kommen werden. Der Hörer wird zunächst in das Hong Kong vergangener Zeit entführt, um dann trashigen, dreckigen und tanzbaren Rock n Roll um die Ohren gehauen zu bekommen und in „Hell Yeah“ , „Motorpsycho“ oder „Burgundy Shirt“ kommt das sehr erfrischend daher. Insgesamt ist „Primitive“ eine klare Fortsetzung und auch Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorgänger. Es ist insgesamt noch dynamischer und kraftvoller. Ein echter Knaller ist in der Tat das Album „Empire of Fuzz“ und insbesondere „Empire of Fuzz Part 1“ ist für mich eines der Alben die ich in 2019 nicht missen möchte. Das Titellied „Empire of Fuzz“ startet im wahrsten Sinne des Wortes wie eine Rakete, und danach geht es auch fließend mit Vollgas so weiter mit „Dead in a Ditch“ und „Lost“ . Ein Highlight ist auch „Surf Creature“ und man wird mit der Ansage einer Surfgitarre nicht enttäuscht. „Empire of Fuzz Part 2” knüpft konzeptionell an die Vorgänger an, und hier ist nach dem Intro K.O.H.K. als direkter Anspieltipp „Butcher Bill“ ein guter Einstieg. Das Video zu „Los Pistoleros“ ist ebenso gelungen wie der Rest des Albums und fügt sich in das Konzept bestens ein, wobei sich hiermit weitere Ausflüge in denen staubigen wilden Westen von Mexiko ankündigen. „First Side of Rat Bikes and Wild Guitars from Mars“ gibt es als limitierte Vorveröffentlichung zur gleichnamigen LP, die noch nicht fertig produziert ist, und es lässt wieder auf ein Feuerwerk hoffen. Neben dem oben erwähnten Opener sind „Kung Fu Twist“ und „Midnight Surfer“ definitive Anspieltipps auf dem Album, wer die Mini-CD noch irgendwo auftreibt oder aber auf die LP wartet. Die Single-Auskopplung zum Titeltrack wurde nur in zwei Kleinstauflagen von wenigen Stück produziert und ist meines Wissens bereits vollständig vergriffen.

Zusammenfassend ist Kings Of Hong Kong schön zu hören auf langen Reisen, an langen Abenden und noch längeren Partys und natürlich Festivals und Konzerten. Der Gig in der Santis Bar beim Psychobilly Meeting in Pineda de Mar war ein kleines aber feines Highlight des Festivals. Das Set fing an mit Songs der Primitive und grub sich dann mit Stücken der Strange Thing weiter in die Gehörgänge des Publikums. Zudem gab es das gesamte Empire of Fuzz Part 1 zu hören. Wer Spaß hat an rauen, dreckigen und schnellen Trash Rock n Roll, und bei Psychobilly auch was abgewinnen kann, der wird auch Spaß an Kings of Hong Kong haben. Definitiv einer der Bands, die mein Musikleben in jüngster Vergangenheit bereichert haben – Danke dafür. Ach ja, die Alben sind alle in kleinen Auflagen erschien, und sind fix vergriffen.

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