SHITLERSDa ist es endlich, das langersehnte Album der Bildungsbürgerprolls aus dem östlichsten Ruhrgebiet. Gespannt fragt sich die Musikwelt, ob dies der erwartete Schritt des Punks irgendwohin wird?
Und ich kann die Frage guten Gewissens bejahen, denn eigentlich machen sie genau das, was sie auf ihren unzähligen Umsonst-Download-Alben auch schon gemacht haben: recht flotten Melodic-Punk in der 90er-Spielart und Texten über was Punk oder Hipp Hopp ist, sich selbst, ihr Leben als Ausgestoßene, Bochum, unbekannte Rapper, früher und heute sowie bekannte Bürger. Dazu quatschen/philosophieren sie – das aber eindeutig zu wenig.
Der Unterschied ist, dass sie nun in einem richtigen Studio aufgenommen haben und hörbar begeistert von den vielen Knöpfen waren. Das hört sich jetzt so an, also ob sie ihre Instrumente tatsächlich spielen könnten. Geholfen haben ihnen dabei Claus Lüer, so Leute von Kotzreiz und Arrested Denial; als ob sie das nötig hätten! Glücklicherweise schadet dieses alles der Hitdichte kaum. Der Opener ‚Wir sind die Shitlers‘ verweist endlich ‚Onkelz wir wir‘ auf die Plätze, ‚Fat Wreck / Epitaph‘ ist eine längst fällige Bestandsaufnahme des Melodic-Punks heute, ‚Dr. Helmut Kohl‘ eine mutige Liebeserklärung, ‚Bochum Hamme‘ kann im Stadion gespielt werden, wenn dort Fußball gespielt wird – was ich nicht weiß, weil ich nicht wusste, dass es den Stadtteil gibt –, das ‚Liebeslied‘ ersetzt das ‚Renn bloß nicht weg‘ von Eisenpimmel für die Generation Y (jetzt noch arbeiten gehen, es reicht eh nicht für die Rente), der heimliche Hit ist aber sicher ‚Bierbong‘, der sämtliche relevanten Themen in epischer Kürze anspricht und mit dem Abschluss ‚Politische Musik‘ fassen sie das letzte Wizo Album und das kommende von Slime vorab zusammen.
Kann man nicht nur, sondern muss Mann! (Weltgast) Swen

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