TicsLive verschreckten mich TICS ja einigermaßen: Zu brachial und dominant erschien mir da der Gesang, so dass ich einigermaßen skeptisch auf das zu erwartende Hörvergnügen eingestellt war. Allerdings verkehrt sich diese recht schnell in Begeisterung, denn im Studio gelingt es den Kölnern (Ex-SNB und Ex-Pleased to meet u) die Leichtigkeit herauszuarbeiten, die die Verspieltheit trägt. Das Arrangement der Songs trägt auch dazu bei, dass der Gesang, der irgendwie an die Durchsagen von Flugzeugpiloten erinnert, wohldosiert wirkt. Dazu gibt es weiblichen Gesang (z. B. beim Opener ‚Tiny‘), der noch steriler wirkt und den sauberen Sound fast schon persifliert. Dass es sich hierbei um eine Google-Übersetzerstimme handelt, wie ich bei Kopfpunk las, passt perfekt in die mutige Verspieltheit des Albums, die für mich den Mehrwert dieser Kombo ausmacht. Ähnlich wie bei experimentierfreudigen Bands wie KURWS ist sie nämlich Öffner zu teilweise auch gewöhnungsbedürftigen Strukturen. Die Gastmusiker an den Tasten und Saxophon tragen dazu bei und sollten daher auch unbedingt komplett mit ins Boot geholt werden. An manchen Stellen ploppen Erinnerungen an Rocket from the Crypt auf, wie beim instrumentalen ‚Reveille‘. Ganz oft mag ich aber auch an Shopping denken, nur eben als ob diese dann eine Dischord-Band wären.
Allerdings taugen solche Vergleiche wohl wenig, um TICS zu beschreiben, denen es gelingt, unter den Labeln Post-Punk, No Wave oder Wasweißichauchimmer-gute Musik ein eigenes Kapitel zu schreiben.(Beau Travail) Swen

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