Die Münchener Ska-Punker haben mit GLM-Music nun auch ihr Label in der Heimat gefunden. Nach ihren Ausflügen auf Pork Pie und Wolverine Records haben sie nun aber auch ein Label gefunden, daß irgendwie so klingt, als ob es auch gut zur Förderung durch das Goethe-Institut paßt. Das liegt wohl an der Vielsprachigkeit der Band. So sind sie auch auf dem neuen Album u.a. in Deutsch, Englisch, Japanisch und Russisch unterwegs. Dazu tragen sie ihren Molotov Offbeat auch schon seit Jahren hinaus in die Welt. Und das völlig zu Recht. Denn mit der neuen Scheibe machen sie alles richtig. Legen mal Ska-Punkig wie NGURU los, können aber auch elegant.  Dabei gehen die Benuts aber nicht nur lyrisch sondern auch musikalisch durch die Welt. Das ganze immer stilsicher in ihrem ureigenem Euro-Ska-Sound. Grund genug mal den aktuellen Stand der Band mit ein paar mehr oder wenig guten Fragen zu beleuchten.

 

Mit eurem Namen tun sich viele Menschen schwer. Man vermutet kaum, daß es sich hier um ausgewachsene Ska-Punk-Mucke handelt. Wann habt ihr das letzte mal drüber nachgedacht, irgendwas mit SKA in euren Namen zu packen?

Eigentlich war das von Anfang an klar, dass wir nix mit Ska im Namen machen wollen. Viele Bands versuchen doch auf Teufel komm raus Ska in Ihren Namen einzubauen. Schau dir doch Bandnamen-Ideen wie Skaminfeuer, Skartoffel oder Skacke an, da sind wir ganz froh über beNUTS.

 

2006/2007 scheint ja bisher euer ereignisreichstes Jahr gewesen zu sein. Japan-Tour, gleich mehrere Veröffentlichungen... dazu der Wechsel von Wolverine auf Pork Pie... erzählt doch mal was zu dieser Ereignisdichte!

Nach der ersten Japan-Tour haben wir 2006 unseren Sänger wegen unüberwindlicher Meinungsverschiedenheiten vor die Tür gesetzt, hatten aber bereits das live-Album eingespielt. Mit einer neuen Besetzung haben wir dann die passende Tour zum live-Album gespielt und viel Gas gegeben. Das Album „Bavarian Ska Maniacs“ haben wir extra für die 2.Japan Tour produziert und dann in Europa über Pork Pie vertrieben. Die Zusammenarbeit mit Wolverine hatte sich leider totgelaufen.

 

Und jetzt in 2009 schon wieder ein Labelwechsel! Habt ihr euch das Jahr 2008 zum Nachdenken frei genommen und ist dies nun die Konsequenz daraus?

Mit GLM Records haben wir eine sehr aktive Münchner Plattenfirma gefunden, die uns über ihr Impulso Label veröffentlicht. Wir waren ja bisher immer durch kleine Ein-Mann-Betriebe vertreten (Artysan, Wolverine, Pork Pie) und können nun auf ein großes Team mit Marketing und Promotion Experten zurückgreifen. Das ganze Drumherum ist also professioneller geworden. Trotzdem können wir weiterhin bestimmen, wo die Reise hingeht.

 

Euro-Ska war ja in euren frühen Tagen mal ein Schimpfwort. Mittlerweile gibt es ja einige prächtige Bands gerade aus Deutschland. Aber so richtig erfolgreich wird man wohl nur wenn man textlich auf Sondaschule-Niveau sinkt... eher traurig oder scheißegal?

Naja, beNUTS haben ja auf den ersten Platten auch nicht gerade textliche Höchstleistungen fabriziert (Selbstmord im Schulsport, Masturbation etc.). Wir finden nach wie vor die Musik am wichtigsten, wenn dann der Text stimmt, ist es umso schöner. Auf dem neuen Album sind aber tatsächlich etwas tiefsinnigere Texte vertreten.

 

Eure Vielsprachigkeit kommt ja auch auf dem neuen Album wieder zur Geltung... aber russisch oder japanisch sucht man noch vergeblich. Macht ihr nur Texte in Sprachen, die ihr auch wirklich sprecht?

Da hat aber einer die neue CD nicht aufmerksam genug gehört Wodka Poesd ist ein russisches, Mai Nichi ist ein japanisches Lied. Die Songs sind auf unseren letzten Touren durch die jeweiligen Länder entstanden. In der Regel können unsere Sänger aber nur Englisch und Deutsch sprechen (wenn es gut läuft). Das Ziel der neuen CD sollte wieder die Rückkehr zur Vielsprachigkeit sein, die eigentlich mal unser Markenzeichen war.

 

Ihr kommt insgesamt schon ziemlich professionell rüber... auf der CD finde ich sowas wie einen Biersponsor.... ist das eher mit Augenzwinkern oder seid ihr, bzw. möchtet ihr Berufsmusiker sein?

Wir haben einen Berufsmusiker in den Reihen, aber von beNUTS kann keiner leben. Die anderen Jungs gehen alle mehr oder weniger normalen Jobs nach.

Vor Jahren schon haben wir einen Biersponsor gesucht, weil die monatlichen Kosten durch die Bandkasse nicht mehr zu decken waren. Der Sponsor versorgt uns mit Naturalien, Leber was willst Du mehr ! In den letzten Jahren hat uns Fred Perry zu jeder Tour mit Klamotten ausgestattet, was auch nicht schlecht war. Durch das Sponsoring wollen wir nicht kommerziell rüberkommen, sondern unsere Kosten reduzieren.

 

Wie kommt man denn wie ihr an die Töpfe des Goethe-Institutes …? Habt ihr vielleicht einen Tipp für junge aufstrebende Punk-Bands parat?

Das ist eine lustige Geschichte. Wir haben jahrelang versucht, das in München beheimatete Goethe Institut anzuzapfen. Nie hat die Jungs irgendetwas von uns interessiert. Letztes Jahr kam dann plötzlich eine Anfrage vom deutschen Kulturinstitut in Rumänien, dort zu touren. Die Tour wurde vom Goethe Institut subventioniert, ohne dass wir je mit denen etwas zu tun hatten. Es war also wie immer Glück, deswegen können wir da nicht wirkliche Tipps aussprechen.