Man soll Dinge richtig oder besser gar nicht tun. Eine solche Erkenntnis sollte für jedermann eigentlich selbstverständlich sein. Die Umsetzung dagegen fällt manchmal schwer. So geht es auch mir. Obwohl die Entwicklung eigentlich lang abzusehen war, habe ich mich erst jetzt entschlossen das Plastic Bomb Fanzine zu verlassen. Nach beinahe 17 Jahren Plastic Bomb und diversen Jahren als Schreiber für andere Fanzines muss ich mir eingestehen, daß meine besten Schreiberjahre lang vorbei sind. Mögen mir viele Dinge, die ich früher schrieb zwar heute peinlich sein, weil sie vor szenetypischem Pathos und Selbstherrlichkeit strotzten, so waren sie durch die eigene Brille von damals gesehen durchaus meiner Person gerecht. heute hingegen langweilen mich die meisten Themen oder sie sind mir zu eindimensional. Und ich selbst fühle mich nicht in der Lage, Inhalte so zu transportieren wie ich es will. Darüberhinaus bin ich von den Redaktionsschlüssen und Redaktionstreffen dermaßen zermürbt, daß ich froh bin, mittlerweile jüngeren, engagierteren Schreibern Platz zu machen. Die haben die Energie die mir abhanden gekommen ist. Thematisch ist das Plastic Bomb Heft auch auf einem Weg, der nicht meiner ist. Und ich habe keine Lust mit meinen Themen Leuten vor den Kopf zu stossen, die Konzerte organisieren/besuchen, vegan Essen, Hunde besitzen und schwul-lesbische Frauenabschiebeknäste in Timbuktu anprangern. Das schätze ich ja eigentlich, nur ist mein Ansatz ein anderer.
Selbst werde ich weiter auf der Seite tätig sein und natürlich die Radioshow weiter machen. Beide Medien sind für mich direkter und kommen meiner Art mich auszudrücken näher. Ich liebe es Dinge dann zu machen, wenn ich es will. Absprachen sind meine Welt nicht. Und ich freue mich auf all die Promohurenanfragen nur noch lapidar zu antworten, daß ich nicht mehr für die Bombe schreibe und sie sich ihre befickten Interviews, Stories oder Reviews sonstwohin stecken können.












