Geschrieben von: Swen Freitag, den 11. Dezember 2009 um 11:08 Uhr
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| Statement von Nix Gut Andy zu den Frei.Wild Gerüchten |
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Die Gerüchteküche brodelte. Und nachdem auf der Sunny Bastards Homepage in der News-Rubrik zu lesen war, daß Sie die Zusammenarbeit zwischen Nix Gut und Sunny Bastards wegen unterschiedlicher Ansichten eingestellt wurde (link), schien an der Zusammenarbeit zwischen Frei.Wild und Nix Gut etwas dran zu sein. Allerdings wollten sich auch auf Nachfrage Sunny Bastards zu diesem Thema nicht äußern und verwiesen mich auf Nix Gut. Meine Nachfrage wurde dann von Andy Kamm offen beantwortet. Eine direkte Zusammenarbeit zwischen Nix Gut und Frei.Wild gibt es nicht. Es werden auch keine Tonträger verkauft und auch sonst besteht kein direkter Kontakt. Allerdings arbeitet man wohl mit dem Merchandiser der Band aus Österreich zusammen und druckt für den T-Shirts von Frei.Wild. Der finanzielle Druck war wohl extrem groß im Sommer und Entlassungen von Mitarbeitern hätten sonst angestanden.
Ganz Konkret antwortete mir Andy von Nix Gut folgendes auf meine e-mail:
"Hi Swen,
zu Deiner Frage aus der Gerüchteküche kann ich dir bestätigen, dass wir Frei.Wild Shirts drucken. Wir arbeiten seit langem gut mit Andy Müller von der EL Rock Nacht zusammen, der momentan den Merchandise für Frei.Wild macht.
Im Sommer hatten wir in unserer Druckwerkstatt einen massiven Auftragsengpass und standen davor ein paar unserer überwiegend behinderten Mitarbeiter entlassen zu müssen, was diesen Menschen wieder jede Zukunftsperspektive beraubt hätte.
Da hat mir Andy Müller angeboten die Frei.Wild Sachen zu drucken.
Zuerst habe ich dankend abgelehnt. Wir haben uns dann aber mit dem Thema weiter und sehr intensiv beschäftigt und sind zu der Überzeugung gekommen das Frei.Wild so wie sie momentan auftreten keine Rechten Tendenzen fördert.
Das der Sänger von Frei.Wild mit seinen Aktivitäten in der tiroler Partei „Die Freiheitlichen“, die wir persönlich ähnlich angesiedelt sehen wie die Republikaner in Deutschland, die Grenze klar überschritten hatte, steht auch für uns außer Diskussion.
Inzwischen distanzieren sich Frei.Wild öffentlich eindeutig gegen Rechts und jegliche Form von Extremismus, dass sowohl auf ihren CD´s, auf Konzerten durch klare Ansagen und durch eine Security die auf rechte Tendenzen fast schon überempfindlich reagiert. Ich war selber auf zwei Konzerten und kann aus eigener Erfahrung sagen das jegliche Personen die sich rechts outen mehr als unerwünscht waren. Somit macht Frei.Wild auf jedenfall in der Richtung zur Zeit mehr als manch andere "unpolitische" Oi Band.
Das das ganze natürlich alles wieder auf eine Image Kampagne reduziert werden wird ist uns auch klar, deshalb haben wir seither versucht nicht direkt mit Frei.Wild in Zusammenhang zu kommen da wir nicht für eine Image Kampagne missbraucht werden wollen, was von Seiten Frei.Wilds auch nie versucht wurde.
Ich weiß auch das es viele freuen wird das Thema öffentlich breitzutreten, allerdings denke ich, dass es den meisten um Ihre eigenen persönliche Interessen geht als um die Sache an sich.
Wir behalten die Band Frei.Wild weiterhin im Auge und sollte die Band wider erwarten doch rechtes Gedankengut äußern und Ihre Distanzierung zum rechten Lager rückgängig machen, wäre eine weiter Zusammenarbeit nicht mehr Möglich und würde meiner Einschätzung nach auch das sichere Aus bedeuten.
Das Thema "unpolitisch-Rechtsoffene Bands" ist meiner Meinung nach nicht mit eine schwarz/weiß Denken beizukommen, da es viele Meinungen und Ansätze gibt die alle Ihre gewisse Logik haben. Ich würde sogar eher sagen das Krawallbrüder die kritischere Band sind als Frei.Wild und das obwohl wir Krawallbrüder verkaufen und Frei.Wild nicht.
Ich bin der Meinung das Bands wie Krawallbrüder, wenn man nicht mit ihnen zusammenarbeitet und sie abstempelt somit zwangsläufig in die rechte Ecke drückt. Wenn man auf Zusammenarbeit aus ist und es funktioniert wird die Bindung zur "linken" Szene fester und die Bands schotten sich nach rechts ab um die linken Fans nicht zu verkraulen. Natürlich darf dadurch in keinster Weise rechtes Gedankengut gefördert werden. Aber wenn die Bands dadurch gezwungen werden sich gegen rechts zu positionieren und selbst Krawallbrüder inzwischen gegen Nazis Logos auf Ihren Flyern haben ist das meiner Meinung nach auch ein wichtiger Schritt um rechte Tendenzen in der Szene zu vermeiden. Ob ich dadurch wirklich das Gedankengut in den Köpfen der Band ändern kann weiß ich nicht, ich kann dir wenn ich ehrlich bin auch nicht garantieren das sie nicht rechts denken, aber sie werden so gezwungen dagegen zu sein was zur Folge hat, dass vor allem die jungen neuen Fans die sich noch orientieren, somit in die richtige Richtung geschoben werden.
Natürlich hat auch diese Theorie Ihre Fehler, denn ich denke den perfekten Weg gibt es nicht, aber ich denke das eine öffentliche Diskussion die nicht auf schwarz und weiß reduziert wird der Szene gut tun würde.
Nichts desto trotz bin ich und bleibe ich überzeugter Antifaschist.
Gruß Andy
Rebel Products"
Und die Diskussion zu dem Thema rechts/links, schwarz/weiß wird anhand dieser Geschichte, ähnlich wie die Force Attack/Krawallbrüder Diskussion, wieder allerhand verschiedene Meinungen ans Tageslicht führen. In wie weit ist Pragmatismus okay oder ist der sozialarbeiterische Aspekt der wichtigere?
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