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Zum 15-Jährigen bestehen der Band wird es am 17.-19.05. ein Festival in Giessen geben.
Was genau dort alles geboten wird und wie es aktuell um die Band steht habe ich Sänger Danny
in einem kurzen Interview gefragt. Das Line-Up könnt ihr auf dem Flyer sehen, und als Appetithäppchen gibt es noch ein Video von einem brandneuen Pestpocken-Song.

Wie habt ihr die Bands für euer Festival ausgewählt? Habt ihr in
erster Linie befreundete Bands eingeladen?
Oder wolltet ihr „für jedeN was dabei“ haben?

Die Idee hinter dem Festival war das Ganze wie eine Geburtstagsparty aufzuziehen und dementsprechend wichtig war es uns dass unsere Freunde kommen – also haben wir denen die in einer Band spielen erst gar keine Chance gegeben sich zu drücken :-)
Das Festival soll überschaubar bleiben und nicht der 10. Abklatsch der riesigen Festival-Events werden, die sich über den ganzen Sommer ziehen. Wenn wir für jeden was dabei haben wollen würden, würde das Line-up sicherlich anders aussehen. Wir decken vergleichsweise nur eine kleine musikalische Bandbreite ab.

War, als der 15te Geburtstag näher rückte von Anfang an klar, das ihr
etwas Größeres machen werdet ?

Wir haben zu unserem 10jährigen Bestehen ein ähnliches Festival organisiert. Das war ein unglaublicher organisatorischer Stress, da wir 3 Konzerte in 3 Tage in 3 verschiedenen Locations organisiert haben, alle Bands aufgenommen und gefilmt haben und jeden Raum morgens Besen-rein wieder übergeben mussten. Am Ende sind alle auf dem Zahnfleisch gegangen und wir wollten sowas nie wieder machen.
Jetzt, 5 Jahre später, finde ich dass das mit das Coolste war was wir bisher auf die Beine gestellt haben. Es war eine unglaubliche, nie endende Party und wir konnten sogar entscheiden welche Bands den Soundtrack dazu lieferten – ein Traum! Außerdem war es unglaublich wie engagiert sich sämtliche Helfer (vor und hinter der Bühne) eingebracht haben - ein gutes Beispiel dafür was möglich ist wenn alle an einem Strang ziehen.

Auf dem Webflyer wird ein Lebendkicker angekündigt – woher stammt die
Idee? Wie darf man sich das vorstellen? Ist die Umsetzung nicht
teuer/aufwändig?

Wie schon erwähnt sollte das Festival den Charme einer Geburtstagsfeier haben, aber eine Hüpfburg würde den nietenbepackten Geburtstagsgästen vermutlich nur kurz standhalten. Außerdem hatten wir früher ein Fußball-Team und haben einmal im Jahr das „Antinationale Fußballturnier“ in Giessen organisiert. Das Ganze ist leider etwas eingeschlafen und kommt jetzt in Kinder-gerechter Form zurück ^^
Die Umsetzung ist tatsächlich etwas umständlich und auch nicht ganz billig, aber wir fanden es amüsanter als noch 2 Bands mehr spielen zu lassen, die bekanntlich auch Geld kosten.

Sind noch weitere Besonderheiten auf dem Festival geplant?
Die größte Besonderheit ist meiner Ansicht nach dass alles direkt in der Stadt und nicht auf einem Dorf-Acker abläuft. An weiteren Programm-Punkten sind geplant: Tägliche Aftershow-Partys mit DJs in verschiedenen Kneipen, eine Demo durch die City, der angesprochene Lebendkicker und es wird eine Lesung geben. Spiel, Spaß und Spannung sind also garantiert ^^

Wie sieht die Situation mit Schlafplätzen, Hunden etc. aus?
Was wird das Festival kosten?

Schlafplätze können von uns leider nicht zur Verfügung gestellt werden, aber es gibt eine Jugendherberge, Möglichkeiten zu campen & einige Hotels in Giessen. Außerdem wird schlafen überbewertet und die Aftershow-Partys gehen sowieso die ganze Nacht ^^
Eigentlich sollte allen klar sein, dass Hunde nix auf Konzerten zu suchen haben, zumal es sich bei unserem Festival um kein Open-Air handelt und die Tiere dem direkten Lärm permanent ausgesetzt wären - also tut euren Hunden den Gefallen und lasst sie zu Hause.
Preise und unseren Vorverkauf, den ihr auf Grund der begrenzten räumlichen Kapazitäten der jeweiligen Locations, auf jeden Fall nutzen solltet findet ihr hier:
http://www.maniac-attack.de/15-jahre-pestpocken/

Organisiert ihr das Festival komplett selbst? Habt ihr euch nur für
die Thekenschichten etc Hilfe geholt oder auch für die Orga?

Wir organisieren alles selbst, aber ganz ohne Hilfe ist ein Festival in der Größenordnung natürlich nicht zu stemmen. Vieles werden wir, wenn auch noch nicht zum jetzigen Zeitpunkt, mit Hilfe des Umfeld des Autonomen Zentrum AK44 (sprich unserem Freundeskreis) organisieren. Im AK44, in dem wir auch unseren Proberaum haben und schon seit Jahren aktiv sind, wird auch der erste Tag des Festivals statt finden.


Wie seht ihr die Entwicklung eurer Band? Hättet ihr gedacht, dass es
Pestpocken so lange geben wird? Hattet ihr während der
Besetzungswechsel mal Angst, dass es nicht mehr weiter geht?

Ich persönlich habe mir nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht das Handtuch zu werfen, zumal wir Ausstiege aus der Band immer relativ schnell kompensieren konnten. Die Band ist ein Hobby und eine super Möglichkeit sich zu verwirklichen und mitzuteilen. Aber natürlich kam es schon zu Reibereien, unterschiedlichen Auffassungen was den musikalischen Werdegang oder die Intensität der Band betrifft.

Ist eigentlich eine neue Veröffentlichung in nächster Zeit geplant?

Ein neues Album ist in Arbeit, aber wir rennen diesbezüglich einem von uns selbst aufgestellten Zeitplan hinterher. Das angestrebte Release-Datum ist nämlich das Festival im Mai. Wir sind gerade im Studio um das gleichnamige Album “No love for a nation“ aufzunehmen. Das Ganze muss bis April im Kasten sein und wir hängen zudem mit Artwork-Gestaltung und Label-Suche etwas hinterher. Aber ich bin guter Dinge dass trotz der schlechten Vorzeichen alles noch pünktlich fertig wird.

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Was haltet ihr aktuell von der Punkszene in Giessen?
Giessen verfügt über eine kleine, relativ engagierte Szene und hat ein autonomes Zentrum in dem einiges geboten wird bzw. sich sich jedeR verwirklichen kann. Ansonsten ist Giessen eine hässliche und langweilige Studenten-Kleinstadt.

Habt ihr beobachten können, das es eine deutlichere antifaschistische
Grundhaltung in der Punkszene gibt?
Vielleicht gerade wegen der Menge an rechtsoffenem Grauzone-Müll?

Die Grauzonen-Diskussion hat auf jeden Fall Früchte getragen und der (nötige) Graben zu der rechtsoffenen-mir-alles-scheißegal-Hauptsache-Party-Kultur ist wieder größer geworden. Ich bin auf jeden Fall froh dass in den Kreisen in denen ich mich bewege die Anzahl der Grauzone-Spießer gesunken ist und ich nicht mehr so oft gegen die konservativen Stammtisch-Thesen anreden muss. Von körperlichen Auseinandersetzungen und Anfeindungen ganz zu schweigen...

Kriegt Ihr die Grauzonen-Problematik als politisch eindeutig
positionierte Band mit?

Gerade als politisch eindeutig positionierte Band bekommen wir die Grauzone-Problematik am eigenen Leib zu spüren. Zum Einen haben wir durch diese Entwicklung angefangen alle Konzertanfragen noch genauer unter die Lupe zu nehmen und viele auf den ersten Blick interessante Anfragen, auch von großen Festivals, abgesagt. Und zum Anderen bekommen wir einiges an (glücklicherweise meist nur verbalen) Anfeindungen aus dieser Ecke. Aber da wir es sowieso ablehnen mit dieser (nicht vorhandenen) Einstellung durchs Leben zu gehen, können wir auch gut damit leben von diesem Kegel-Club nicht geliebt zu werden.


Kommentare (1)Add Comment
.. geschrieben von simon, 21.Februar 2012, 08:45 Uhr
simon
was wird bloß aus der grauzone? antifa tut da ja nicht gern überzeugungsarbeit leisten.

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