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_579Anscheinend gibt es ein neu(er)es rechtes Modelabel namens „Ansgar Aryan“, welches versucht bereits etablierten Arschlochbekleidern wie Thor Steinar und Eric & Sons Konkurrenz zu machen.. Ansgar Aryan klingt für mich persönlich im ersten Moment in etwa so cool und hart wie Detlev Deutscher oder Fritz Inder (angeblich wanderten die Arier im 2. Jahrhundert vom Schwarzen Meer nach Indien aus). Die Rechte an der Marke „Ansgar Aryan“ sind im Besitz der Firma „Nordic Tex“, deren Geschäftsführer Daniel K. ist. Der Sitz der Firma „Nordic Tex“ befindet sich in Oberhof, einem kleinen Wintersportort in Thüringen.. Hergestellt wird der Schmuh allerdings nicht von tapferen Teutonen, sondern im Ausland. Um diese Tatsache ein wenig zu relativieren spendet die Firma für nicht näher konkretisierte „soziale und gemeinnützige Projekte privater Träger“. Hört sich wahrscheinlich seriöser an, als wir spenden der HNG Geld. Ansgar Aryan wirbt auf einschlägigen rechtsextremen Internetseiten wie den Portalen "Altermedia" oder "Thiazi" um Kundschaft. Auch auf Seiten der Anti-Antifa taucht der Thüringer Klamottenhändler für rechte Lumpen öfters mit Bannern auf. Überhaupt fällt auf, dass beim Marketingkonzept der Firma englische („undeutsche“) Begriffe eine große Rolle zu spielen scheinen. Der Werbespruch der Modemarke  lautet „Proud to be“ (heißt ungefähr soviel wie „stolz darauf da zu sein“, wofür man ja streng genommen noch nicht mal die Kennzeichen des Lebendigen erfüllen muss (Stoffwechsel, Bewegung etc Dummheit und Stolz wachsen ja bekannterweise auf dem gleichen Holz.). Steine sind beispielsweise auch einfach nur da.. Neben dem „klassischen“ Logo des doppelten „A“ (AA, sprich braune Kacke), gibt es die Aufdrucke „Aryan Resistance“ oder einen Runenstein mit der Ansuz-Rune, die auch unter dem Namen Odins- bzw. Wotansrune bekannt ist. Die Modell-Reihe „Ansgar Cross“ zeigt auf dem Rücken des Kapuzenpullovers ein Kreuz, das durchaus der Definition des Keltenkreuzes entsprechen könnte. Das öffentliche Verwenden eines solchen Kreuzes würde einen Straftatbestand erfüllen. In einer Pressemitteilung des Bundesgerichtshofes wird das Keltenkreuz als „die Darstellung eines gleichschenkligen Balkenkreuzes, um dessen Schnittpunkt ein Ring gelegt ist“, definiert. Und mit Urteil vom Oktober vergangenen Jahres ist auch das isolierte Verwenden des Keltenkreuzes ein Straftatbestand des § 86a StGB (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen).  Isoliert heißt, auch ohne konkreten Hinweis auf die verbotene Organisation. Das stilisierte Keltenkreuz wurde von der verbotenen verfassungsfeindlichen „Volkssozialistischen Bewegung Deutschlands/Partei der Arbeit“ (VSBD/PdA) als Emblem benutzt. Als Ausnahmen von dieser Regel lassen die Richter die Verwendung des Keltenkreuzes nur dann zu, „wenn die äußeren Umstände der Verwendung des Symbols eindeutig ergeben, dass der Schutzzweck des § 86a StGB nicht tangiert wird. Dies sei der Fall, wenn das Symbol offenkundig in einem unverfänglichen Zusammenhang gebraucht wird.“ Eine Ausnahme die angesichts der Werbung auf einem rechtsextremen Internetportal allerdings kaum greifen dürfte. Ein anderer Klamottenhändler durfte diese juristische Erfahrung bereits selbst machen. Die Polizei wurde vergangenen Jahr beim NPD-Landtagsabgeordneten und Textilunternehmer Birger Lüssow vorstellig und beschlagnahmte Kleidung mit Keltenkreuzen. Der Landtag hob daraufhin seine Immunität auf, mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft. Neben ihrer festen Verankerung in der rechten Szene versucht die Firma aber auch Käuferschichten aus der Mitte der Gesellschaft anzusprechen. Wer in den vergangenen Wochen beim Discounter "Kaufland" in Ilmenau einkaufte, bekam seine tägliche Dosis "arischen Widerstandes" gleich gratis dazu. Auf 30 Einkaufswagen prangten Werbetafeln der Marke Ansgar Aryan. Auch nachdem sich Kunden beschwert hatten, blieb die Werbung noch wochenlang an den Wagen haften. Nach einer Anfrage einer Zeitung wurde es dem Hausleiter offenbar zu heikel, er übergab die pikante Angelegenheit an die Konzernzentrale in Neckarsulm. Die Kaufland-Pressestelle teilte am 21. Juli mit: "Wir haben veranlasst, dass heute die Werbung der Firma Ansgar Aryan an den Einkaufswagen vorsorglich entfernt wird." Der Vertrag mit der Firma André Werbung aus Suhl schließe politische und anstößige Werbung aus. Deren Mitarbeiter Janko L, der direkt für Kaufland zuständig ist, kann jedoch an der Werbung für Ansgar Aryan nichts Verwerfliches finden. "Ich sehe hier keine rechtsradikalen Botschaften. Man kann niemanden dafür verurteilen, dass Verbrecher vor 60 Jahren mit keltischen Symbolen Schindluder getrieben haben." Die Klamotten sähen gut aus und seien von überzeugender Qualität, auch er habe sich eine Jacke gekauft und sei keineswegs rechtsextrem, erklärt Luhn gut gelaunt und ziemlich blauäugig. Auch Thor Steinar werde von der breiten Masse akzeptiert. Wie? Auf den Shirts von Ansgar Aryan werde zum arischen Widerstand aufgerufen? "Das muss mir irgendwie entgangen sein." Gar grundsätzlich entgangen war dem Oberhofer Bürgermeister Thomas Schulz, dass sich inzwischen Modemarken der rechten Szene etabliert haben. Und derlei brauner Runen-Chic soll nun aus seinem beschaulichen Wintersportort hoch droben im Thüringer Wald kommen?
Schulz ist schockiert - und auch ein wenig hilflos. "Was wollen Sie als Stadt gegen solche Leute machen, wenn ich ihnen nicht einmal die Gewerbeerlaubnis entziehen kann? Der Gesetzgeber lässt die Zügel hier zu locker." Der Staat müsse Mut zum Verbot solcher Symbole haben und eine klare Linie fahren, fordert der Bürgermeister. Trotz aller Demokratie: Schulz geht dieses Hin- und Her hinsichtlich der Toleranz der rechten Szene viel zu weit.“

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Kommentare (9)Add Comment
... geschrieben von Jan, 20.September 2009, 21:57 Uhr
Jan
Versprochen ist versprochen, also: Ich vergleiche doch nicht inhaltlich oder ideologisch die Leute, die hinter Karl Maxx und andererseits Ansgar Ayran stecken. Ich weise lediglich auf Äußerlichkeiten, eine gewisse Vorgehensweise hin, die ich bemerke und die ich ähnlich finde. Genausogut könnte ich doch in diesem Forum behaupten, AN's kopieren bestimmte Verhaltensweisen, Organisationsformen und Strategien von Linksautonomen. Würde jemand hier auf die Idee kommen, ich wollte die Kameraden dadurch aufwerten, dass ich sie mit ihren militärischen Vorbildern vom linken Ufer "vergleiche"? Nope. Oder habe ich dann schon wieder alles in einen Topf geworfen wie die ganzen Stammtischkommentatoren in den Tageszeitungen? Würde das Plastic Bomb nächstes Jahr eine leckere Sonnenwendfeier mit Zwakkelmann ankündigen, Mund halten, bloß nicht riskieren, ich werfe sie vielleicht mit Panzerbär Rec. in einen Topf?

Auch wollte ich die nette Flensburger Moderamschfirma nicht zu Stalinisten machen. Bin selbst schon Einer, das reicht. Die lustigen Vorschläge für weitere Wortmarken, die ich zur Nachahmung durch Dritte hier empfohlen habe, lasse ich mir aber gerne gut bezahlen. Von den Erlösen wird zuerst ein schlabberiges XXL-OHL-T-Shirt erworben, versprochen. Weiterer Kleinkrieg ggf. lieber per PN (zuwenig öffentliches Interesse hier), oder? Gute Nacht ;)
... geschrieben von Jan, 18.September 2009, 17:11 Uhr
Jan
Kuwe, ich glaube, wir lesen und schreiben hier gerade etwas aneinander vorbei. Vielleicht magst Du auch meinen sarkatischen Humor einfach nicht. Ich äußere mich aber gerne nochmal zu Deinen letzten Einwänden, wenn ich etwas mehr Zeit hab als jetzt gerade. Oki?
... geschrieben von Kuwe, 18.September 2009, 07:53 Uhr
Kuwe
Ich denke mal, dein Styling dürfte Dein Bier sein. Aber darum gehts hier doch gar nicht. Du wirfst in bester CDU/OHL-Manier rechts und links in den gleichen Topf. Was hat - außer das letzterer den Kommunismus für eine Diktatur mißbraucht hat - Karl Marx (Karl Maxx) mit Stalin zu tun? Also, dümmer gehts wirklich nimmer. Dein Eintrag erinnert mich so ziemlich an die Kommentarzeilen von Tageszeitungen, wo jeder Depp seinen Stammtischsenf zum Schlechtesten geben darf, für Rechte zum Beispiel eine willkommene Gelegenheit für kostenlose Volksverhetzung.
In die Kerbe schlagen auch so sinnentleerte Diskreditierungen wie Deine. Wer die Mechanismen - stille Post usw. in unserer glorreichen Szene so kennt, der weiß, wie sowas im schlimmsten Falle funktionieren kann.
Und Kumpels etc. lass ich jetzt mal einfach so stehen...
Ich kann aber beim allerbesten Willen keinen Dogmatismus bei dem Label entdecken und da ich die Beteiligten auch persönlich kenne, sind die alles andere als so gestrickt, daß morgens erstmal ein zackiges "Rotfront" statt Moin gesagt wird und die Kinder mit der Internationale geweckt werden. Aber in manchen Köpfen existiert wohl noch so eine Vorstellung und die Fördebande sind dann auch nichts anderes als die Roten Khmer von der Küste, wat?!
So, ich geh dann mal wieder zu meinem Kim-Jong-Il-Altar....
"Kuwe" geschrieben von Jan, 17.September 2009, 21:22 Uhr
Jan
Nehme Deine Kritik gerne an, in dieser zynischen Kürze ist mein Verweis auf die Firma Deiner Kumpels (?) sicherlich unfair. Du wirst es nicht glauben, aber ich finde das Engagement für soziale und ökologische Produktionsweisen sowie das Unterstützen von Organisationen wie „Fördebande“ oder „.beat-them-back.“ tatsächlich prima. Insofern: Sorry!

Du wirst aber auch nicht umhin kommen, gewisse Parallelitäten zuzugeben - abgesehen vom gegensätzlichen ideologischen Background versuchen da erstmal Leute, vordergründig hippe, „gutaussehende“, auf den ersten Blick nicht explizit politische Streetwear zu verkaufen. Dass rechte Trojanische Pferde wie Thor, Eric oder Ansgar böse sind, geschenkt. Aber mir gefällt die ganze „Strategie“ schon nicht, auch wenn die Besetzung dann mal korrekt ist.

Karl MaRx - mit „Errrr“ - mag ich auch. Vielleicht stört mich auch einfach nur dieses Scooter-mäßige Doppel-XX. Diese ganze bemühte Coolness. Den Preis für ein „Karl Maxx Zip Hoodie“ lasse ich eben lieber an Tür und Tresen eines Antifa-Solikonzerts zurück und zieh mich stattdessen lieber gut an. Aber die Szene wird das Zeug trotzdem kaufen, keine Sorge. Und wenn nicht, muss eben noch jemand „Josef StaLLin“, Rosa LuXXemburg“ oder Erich MühsaMM“ aus der Taufe heben. Aber ohne mich...
"Jan" geschrieben von Kuwe, 17.September 2009, 15:04 Uhr
Kuwe
Was soll denn dein ungemein inhaltsvoller Beitrag ausdrücken? Das Karl-Maxx eine Art Thor Steinar in links darstellen soll? Das eine ist übelster Dreck, der von Faschisten getragen wird...das andere ist ein linkes Label. Beides in einen Topf zu werfen ist selten dumm. Davon abgesehen finde ich es erbärmlich, hier ein neues Label mit diesen gedankenlosen Eintrag versuchst zu diskreditieren. Aber Hauptsache , du hast dich hier wichtig gemacht, gelle?!
... geschrieben von Jan, 16.September 2009, 22:16 Uhr
Jan
Aber klar doch. Und diese allgegenwärtige, knisternde Homoerotik, die in allen maskulin geprägten Subkulturen am Start ist, solltest Du doch auch kennen, Meineid. Da ist die bohrende Einsamkeit im Schützengraben doch nicht weit entfernt vom verschwitzen Anrempeln beim Blutpogo. Warme Grüße!
Pride geschrieben von Meineid, 16.September 2009, 13:07 Uhr
Meineid
Fühlen sich Neonazis derart von nackten, tätowierten Männern angesprochen? Warum sonst soll man für ein Bekleidungsunternehmen werben mit Typen, die nichtmal was anhaben.
... geschrieben von Jan, 15.September 2009, 23:25 Uhr
Jan
"Abdullah Ayran" wäre jedenfalls viel lustiger gewesen als die Ansgar-Version. Wer sich den ganzen Scheiß mal auf Links gedreht gönnen will: http://www.karl-maxx.com (auch nicht besser, ähm, ich meinte natürlich hübscher) Danke, Basti, dass Du die Topbanner in rechten Foren genauso wichtig findest wie die Demoberichte von der anderen Feldpostnummer!
keltenkreuzlabel geschrieben von simon, 15.September 2009, 16:59 Uhr
simon
ich wünsch mir mal, die kunden haben das überhaupt mitgekriegt bei den einkaufswagen; daß da überhaupt mal ne reflexion stattfindet

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